Schlagwort-Archive: Frischling Ben

Morgel und die Riesenameise (Teil 7)

Im Morgelwald lebt seit vielen hundert Jahren ein stolzes und emsiges Volk. Es ist das Quelltalameisenvolk der Königin Kamete der Ersten und ihrer Töchter. Die Königinnen und ihre Untertanen gehören zur märchenhaften Gemeinschaft aus Pflanzen und Tieren, die am Komstkochsteich leben. Eines Tages kommt es zu einem tragischen Unglück. Der herrschaftliche Ameisenbau wird von einer Riesenameise bis auf die Grundmauern zerstört. Nach einer kolossalen Rettungsaktion und mit magischer Unterstützung der Waldfee finden diese ein neues Heim in der Nähe der Wurzelhöhle.
Der Autor hat diese spannende Geschichte zusätzlich mit drei märchenhaften Schattenrissen illustriert.

Morgel und die RiesenameiseMorgel und die Riesenameise
eBook 2,99 €
Inkl. MwSt., außerhalb BRD abweichend.
Datei kann auf handelsüblichen Readern und Apps geöffnet werden.

Direkt zu den eBook – Onlineshops. Auswählen und anklicken:

Deutschland

Österreich

Schweiz

Rezensionen:

Leseprobe:

Morgel und die Riesenameise
Stille herrscht weit und breit im Morgelwald. Früh am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Waldboden mit wohliger Wärme überziehen, erwacht rund herum um einen uralten Erdhügel allmählich das Leben.

Zahlreiche winzige Hinweisschilder, mit der Aufschrift: ›Hier gebieten die Königinnen der Kamete. Betreten verboten!‹, weisen die Bewohner des Morgelwaldes darauf hin, dass in diesem majestätisch anmutenden Bauwerk ein emsiges Insektenvolk sein zu Hause hat und unter keinen Umständen bei der Arbeit gestört werden will. Gut drei Meter misst der Insektenhaufen im Durchmesser und er dürfte gut einhundertfünfzig Zentimeter hoch sein.

Eine quirlige Gemeinschaft

Es ist ein stolzes und großes Volk. Es nennt sich das Quelltalameisenvolk. Genau genommen sind es drei Völker, die gleich von drei Königinnen in friedlicher Nachbarschaft regiert werden. Oberkönigin Kamete die Erste führt den nordnordöstlichen Teil des Ameisenstaates an. Ihre Tochter Kamete die Zweite ist die Mittelkönigin des südsüdwestlichen Abschnittes und Kamete die Vierzehnte ist die Tochter der Tochter und führt den dritten, den westnordwestlichen Staat an.

Damals, vor vielen hunderten von Jahren, als sich die junge Königin Kamete die Erste hier im tiefen dunklen Wald mit ihrem Waldameisenvolk in der Nähe des Komstkochsteiches niederließ, herrschten Ruhe und Harmonie.
Zudem stand ihr Volk von Anfang an unter dem Schutz des Fürsten des Waldes, dem Waldkobold Munk Orgu-Telas, den man auch Morgel nennt. Er beschert den Insekten bis heute ein ewiges Leben. So konnte die Königin unzählige Nachkommen zeugen und ließ die Gemeinschaft auf fast eine Million Ameisen anwachsen.

Der Ameisenbau erwuchs abseits der Wege. Zu jener Zeit gab es nur wenige Trampelpfade durch den Wald auf denen Fremdlinge, wie etwa Mönche aus dem nahe gelegenen Kloster, Waldarbeiter, Handwerker oder Wanderer aus den angrenzenden Siedlungen, entlangliefen. Es gab kaum Schneisen im Unterholz, auf denen die Reiter der Landgrafen zwischen der Wallburg und der Schowingburg durch den Wald trabten. Und es gab schon gar keine breiten Wege, auf denen ein von Ochsen oder Pferden gezogenes Fuhrwerk hätte entlangfahren können. Man vermochte also von jeher ungestört und friedlich dem täglichen Treiben und Streben nachzugehen.

Heutzutage jedoch ist es vorbei mit der Ruhe, denn nun führen ein befestigter Fahrweg und ein Wanderpfad dicht am Ameisenbau vorüber. Dauerlärm ist tagsüber angesagt und hin und wieder lässt eines der vorbeifahrenden Eisengefährte das enorme Bauwerk der Quelltalameisen in seinen Grundfesten erschüttern.

Schon seit längerem drängt der Ältestenrat der Gemeinschaft am Komstkochsteich, zu dem die Kreuzspinne Esmeralda, der Lehrer Dachs, Schröder, der Waldkauz, und der Waldkobold Morgel gehören, die Königinnen dazu, ihre Völker in die Umgebung der Wurzelhöhle umzusiedeln. Nicht zuletzt auch deshalb, um innerhalb des Zauberbannes, den die Zaubertannen Albasol und Albamon gewähren, vor fremden Blicken und allerlei Gefahren geschützt zu sein. Jedoch lehnten sie dies mit den Worten: ›Einen alten Baum verpflanzt man nicht!‹ immer wieder ab.

Und so kommt es, wie es kommen muss. Ein Unglück naht.

»Och, ja, das wird ein wahrlich schöner Tag. Zum Glück war heute Nacht alles friedlich«, rekelt sich Mittelwächterin Wamyra zur Ersten, Nummer 63 und streckt ihre sechs Beine von sich. »Gleich ist Wachwechsel. Wach auf Wamyra zur Ersten, Nummer 681, bevor dich die Oberwächterin beim Pennen erwischt.«
»Ja, ja, lass die mal nur schnaufen«, stammelt Unterwächterin Wamyra zur Ersten, Nummer 681 leise vor sich hin. »Ich freue mich auf mein Bettchen. Es gibt nichts Langweiligeres, als Nacht für Nacht Wache zu schieben. Wozu nur das Ganze? Seit hunderten von Jahren ist nicht die Bohne passiert, hier.«
»Achtung! Zum Wachwechsel angetreten«, befiehlt Oberwächterin Wamyra zur Ersten, Nummer 6. »Aber zack, zack!«
»Huch, da ist sie bereits«, ist Unterwächterin Wamyra zur Ersten, Nummer 681 überrascht. Schnell wirft die Ameise ihr Schild über, schnappt ihre Lanze, reiht sich fix in die lange Ameisenschlange ein und schon geht es im Gleichschritt hinein in den nordnordöstlich gelegenen Stollen des Ameisenbaues. Gute fünf Meter müssen sie abwärts marschieren, mal geht es nach links, dann wieder nach rechts, dann wieder nach links. Immer tiefer steigen die Wächterinnen hinab, um ihre Schlafplätze auf Ebene minus zweiunddreißig zu erreichen. Zuvor schlagen sie sich in der Kantine auf der achten Ebene noch schnell ihre Bäuche voll, mit all den Leckereien, die bereits von den Trägerinnen herangeschafft worden waren.

Im Inneren des Ameisenbaues geht es hektisch und laut zu. Es ist feucht und stickig. Emsig sind die vielen Arbeiterinnen auf allen Etagen am Werkeln. In dem einen Gang sind Stützbalken auszubessern, in einem anderen ist der Weg, von Schutt und Müll freizuräumen, in einem dritten Stollen betten die Ammen ihre Brut um.

»Aus dem Weg! Aus dem Weg«, ruft Oberspäherin Smaura zur Ersten, Nummer 4 und flitzt an den Wächterinnen vorbei nach draußen. Wie an einem Bindfaden aufgereiht, folgen ihr unzählige Mittelspäherinnen, Unterspäherinnen und Hilfsspäherinnen ausgerüstet mit Ferngläsern und Funksprechgerät im Laufschritt.

»Boah, ist das eine Schufterei«, beschwert sich Hilfsbauarbeiterin Bmeiso zur Ersten, Nummer 2567. »Und wofür das Ganze. Mir tut schon arg der Rücken weh.«
»Denkmalschutz, meine Liebe«, antwortet Mittelbauarbeiterin Bmeiso zur Ersten, Nummer 27. »Denkmalschutz! Immerhin ist die Bude fast tausend Jahre alt.«
»Eben, das meinte ich ja«, gibt Bmeiso zur Ersten, Nummer 2567 zu bedenken. »Warum bauen wir nicht eine neue Unterkunft? Dieses ewige Ausbessern und Reparieren ist doch öde, anstrengend und total für die Katz.«
»Quatscht hier nicht rum und macht eure Arbeit«, zischt Oberbauarbeiterin Bmeiso zur Ersten, Nummer 2 ihre Bauarbeiterinnen an. »Ihr seid zum Schaffen und nicht zum Denken da.«

Plötzlich bebt die Erde. Es rumpelt und wackelt, dass sich die Balken biegen. Hier und da prasseln Erdklumpen aus der Decke und versperren die Gänge. Sekunden später ist es auch schon wieder vorbei.

Auf Ebene minus achtzehn räumen die Ammen hastig die Ameiseneier und Larven zurück in die Brutschränke, die bei dem Beben herausgefallen sind.
»Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert«, ruft Oberamme Aomsi zur Ersten, Nummer 1 ihren Helferammen zu. »Macht schnell, die Eier dürfen nicht auskühlen.«

Unterdes graben unzählige Bauarbeiterinnen die Wege frei und stützen die baufälligen Bereiche wieder mit Holzbalken ab.
»Los, los! Haltet euch ran«, befiehlt Unterbauarbeiterin Bmeiso zur Ersten, Nummer 288 ihren Hilfsbauarbeiterinnen. »Bald ist der nächste Wachwechsel, dann müssen die Stollen wieder frei sein.«
»Wie sieht es bei euch aus«, fragt Oberbauarbeiterin Bmeiso zur Ersten, Nummer 2 ihre Kollegin aus dem Westflügel, die Oberbauarbeiterin Bmeiso zur Vierzehnten, Nummer 2. »Habt ihr große Schäden zu beklagen?«
»Nein, Nein, halb so wild«, antwortet die Oberbauarbeiterin Bmeiso zur Vierzehnten, Nummer 2. »Eine Brutkammer ist eingestürzt, aber zum Glück wurde niemand verletzt und die Eier und Larven sind alle Heile geblieben.«

»Was war das?«, fragt Hilfsträgerin Tmüra zur Ersten, Nummer 5745 die Oberträgerin. »So etwas habe ich ja noch nie erlebt.«
»Das war sicher so ein Eisengefährt, welches oben auf dem Waldweg vorbeigefahren ist«, antwortet Oberträgerin Tmüra zur Ersten, Nummer 5. »So etwas kommt hin und wieder vor. Das ist nicht schlimm. Du bist eben sehr jung, daher hast du bisher noch kein Erdbeben erlebt.«
»Was ist das, ein Eisengefährt«, möchte die Hilfsträgerin wissen.
»Das sind riesige, gefährliche Monster«, macht Unterträgerin Tmüra zur Ersten, Nummer 545 der jungen Hilfsträgerin Angst. »Brummend und kreischend überrollen diese Eisendinger alles und jede, was nicht bei drei im Bau verschwunden ist.«
»Ach sei doch still und mach deine Arbeit«, schimpft die Oberträgerin. »Ich möchte hier keine Zänkereien erleben.«

Ein schauriges Unglück

Schon wieder fängt der Boden an zu zittern. Diesmal ist das Rumpeln und Wackeln noch viel heftiger als beim letzten Mal. Unter lautstarkem Getöse stürzen allerorts ganze Sektionen des Ameisenbaues in sich zusammen. Tausende Soldatenameisen stürmen sogleich an die Oberfläche, um dort für Ordnung und Sicherheit zu sorgen und einen möglichen Angriff, von wem auch immer, abzuwehren. Die Ameisenspäherinnen rufen über Funk um Hilfe und warnen vor dem weiteren Einsturz des Baues.

»Achtung, Achtung! Dieses Eisengefährt kommt direkt auf uns zugerollt«, ruft Oberspäherin Smaura zur Ersten, Nummer 4 zur Tür des Nordostflügels hinein. »Oh weiowei! Wir sind verloren. Rette sich, wer kann.«
»Rettet die Königinnen und die Brut!«, brüllt Oberwächterin Wamyra zur Ersten, Nummer 6 hinterher.

Fortsetzung im eBook

Weitere Kapitel:

  • Ein geordnetes Chaos
  • Ein störrisches Eisending
  • Ein kolossales Rettungskomando

Morgelgeschichte 7 - Morgel und die Riesenameise

Produktdetails:

Autor & Illustrator: Jens K. Carl
Titel: Morgel und die Riesenameise
Reihe: Morgelgeschichten, Teil 7
ISBN ePub: 978-3-948777-14-2
ISBN Mobi: 978-3-948777-15-9
ASIN Mobi: B08ZBLQNND
Altersempfehlung: ab 6 Jahre
Erscheinungsdatum: 16. März 2021
Seitenzahl: 26 Normseiten (ca. 40 E-Book-Seiten)
Illustrationen: 3 Schwarz-Weiß-Schattenrisse
E-Book Formate: ePub oder Mobi
Kopierschutz: nein
Dateigröße: 526 KB ePub oder 1.262 KB Mobi
Verlag: Edition Märchenhaftes Thüringen

Morgel und die Riesenameise

Morgel und die Abenteuer in der Waldschule (Teil 2)

Das Rehkitz erlebt seinen ersten Schultag. Alle Tierkinder der Gemeinschaft am Komstkochsteich dürfen die Waldschule des Lehrers Dachs an der Dicken Eiche besuchen. Die einen tun dies mit voller Begeisterung und so mancher anderer doch eher widerwillig und gelangweilt. Aber bei einem sind sich alle einig, die Wandertage durch den schönen Thüringer Wald sind das Allerschönste. Eines Tages begegnen die Wanderer dem Terrier Antony vom Leinetal und allesamt machen eine erstaunliche Entdeckung. Sie stoßen auf den Findling Paschinka. Noch ehe sie sich versehen können, befinden sie sich in einer abenteuerlichen Odyssee rund um das Menschenkind Tim.
Der Autor hat diese Geschichte zusätzlich mit drei märchenhaften Schattenrissen und einer Umgebungskarte illustriert.

Morgel und die Abenteuer in der WaldschuleMorgel und die Abenteuer in der Waldschule
eBook 2,99 €
Inkl. MwSt., außerhalb BRD abweichend.
Datei kann auf handelsüblichen Readern und Apps geöffnet werden.

Direkt zu den eBook – Onlineshops. Auswählen und anklicken:

Deutschland

Österreich

Schweiz

Rezensionen:

Leseprobe:

Morgel und die Abenteuer in der Waldschule

»Ist heute nicht ein wunderschöner Morgen?«, fragt Lehrer Dachs den Waldkobold Morgel, als er den Vorhang vor dem Fenster zurückzieht. »Die Sonne scheint. Es ist warm und trocken. Da kann die Schule wieder losgehen. Endlich.«
Der Dachs ist bereits seit vielen Stunden auf, da er vor lauter Aufregung kaum ein Auge zubekommen hat. Die halbe Nacht saß er am Tisch und bereitete sich auf die ersten Unterrichtsstunden vor. Auch einen Spaziergang um den Komstkochsteich hat er schon unternommen und den Waldkauz Schröder an seinem Ausguck auf der Zaubertanne Albasol besucht.
Wartend steht Morgel in der Tür und antwortet: »Da gebe ich dir recht. Lass uns bei diesem tollen Wetter ruhig schon früher loslaufen. Die Tierkinder sind bestimmt auf dem Schulplatz versammelt.«
Der Lehrer zieht seine blaue Weste über, klemmt die braune Aktentasche unter den Arm und hängt das Monokel um den Hals. Zusammen machen sich beide auf den Weg zur Waldschule.

Kapitel 1: Der erste Schultag

»Sechs Schulanfänger haben heute Schuleinführung und zwei Tierkinder wollen noch ein zweites Jahr am Unterricht teilnehmen. Also acht insgesamt«, erzählt der Kobold.
»Na, dann schauen wir doch mal, ob wirklich alle gekommen sind«, ist Lehrer Dachs gespannt. »Ich habe gestern schnell noch einige Leckereien für unsere Abc-Schützen in der Waldschule versteckt.«

Tatsächlich stehen schon alle Tierkinder mit ihren Eltern auf dem Schulplatz, der unweit der Dicken Eiche gelegen ist. Gekommen sind die Bache Wilma mit den Frischlingen Ben, Ken und Molli, die Ricke Gertrud mit dem Rehkitz und die beiden Eichhörnchengeschwister Tammy und Yammy. Alle tollen wild umher und freuen sich auf den allerersten Schultag.
Auch Fuchs Lothar vom Hocksloch und die Luchsin Lava wollen dieses Jahr noch ein zweites Mal zur Schule gehen. Man darf aber durchaus annehmen, dass die beiden eher aus lauter langer Weile am Unterricht teilnehmen, als wirklich etwas dazu lernen zu wollen.

Die Schule findet allzeit im Freien statt. An einem im Unterholz gut versteckten Platz sind zehn Baumstümpfe im Kreis angeordnet, die als Schulbänke dienen. Neun kleine Stümpfe für die Schulkinder und ein breiter Stumpf als Lehrerpult. Ringsherum stehen allerlei Buchen, deren üppiges Blätterdach Schutz vor Wind und Regen bietet. Ein weiterer Ring aus dicht gedrängt aneinander stehenden Farnen bewahrt die Schule vor Eindringlingen und fremden Blicken.

Der Lehrer Dachs streicht sanft über einen Farnwedel. Wie von Zauberhand öffnet sich ein schmaler Pfad, welcher den Weg ins Innere der Waldschule freigibt.

Fortsetzung im eBook

Weitere Kapitel:

  • Paschinka, der puschelige Findling
  • Tim und der Morgelschwur
  • Neue Freunde und ein sicheres Heim für Paschinka

Ob Paschinka in der Gemeinschaft seinen Platz findet, was dem jungen Tim tatsächlich widerfahren ist, wem Tim unverhofft begegnet und ob er seinen Hundewelpen jemals wiedersehen wird, erfährst Du in der nächsten Geschichte. Bleib voller Neugier!

Morgelgeschichte 2 - Morgel und die Abenteuer in der Waldschule

Produktdetails:

Autor & Illustrator: Jens K. Carl
Titel: Morgel und die Abenteuer in der Waldschule
Reihe: Morgelgeschichten, Teil 2
ISBN ePub: 978-3-948777-03-6
ISBN Mobi: 978-3-948777-04-3
ASIN Mobi: B087WRL2ZQ
Altersempfehlung: ab 3 Jahre
Erscheinungsdatum: 29. April 2020
Seitenzahl: 19 Normseiten (35 E-Book-Seiten)
Illustrationen: 3 Schwarz-Weiss-Schnitte und 1 Landkarte
eBook Formate: ePub oder Mobi
Kopierschutz: nein
Dateigröße: 676 KB ePub oder 1.528 KB Mobi
Verlag: Edition Märchenhaftes Thüringen

Morgel und die Abenteuer in der Waldschule

Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich (Teil 1)

Das Rehkitz muss sich kugeln vor Lachen, als es auf den Waldkobold Munk Orgu-Telas trifft, welcher gerade in den Teich platscht. Die beiden freunden sich an und der Kobold lädt das Rehkitz in seine geheimnisvolle Wurzelhöhle ein, in der eine Reihe verschiedenartiger Waldtiere und Haustiere zusammen leben. Das Kitz und dessen Mutter sind sehr froh darüber, nach einer beschwerlichen und gefährlichen Reise durch den dunklen Thüringer Wald ein ruhiges und sicheres Plätzchen für sich gefunden zu haben. Mit Freude werden die beiden zum guten Schluss von den Bewohnern des Morgelwaldes in diese eingeschworene Gemeinschaft am Komstkochsteich aufgenommen.
Der Autor hat diese Geschichte zusätzlich mit drei märchenhaften Schattenrissen illustriert.

Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich
Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich
eBook 2,99 €
Inkl. MwSt., außerhalb BRD abweichend.
Datei kann auf handelsüblichen Readern und Apps geöffnet werden.

Direkt zu den eBook – Onlineshops. Auswählen und anklicken:

Deutschland

Österreich

Schweiz

Rezensionen:

Leseprobe:

Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich
Kapitel 1: Eine unerwartete Begegnung

Ein kalter Frühsommermorgen. Nebelschleier steigen über dem Komstkochsteich auf. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch den dichten Wald und zeichnen drollige Figuren auf das Wasser. Es riecht nach modrigem, nassem Holz. Die Vöglein zwitschern munter durcheinander und die Frösche quaken lauthals um die Wette.

Wie aus dem Nichts ist auf einmal Gesang und lustiges Pfeifen zu hören. Es wird immer lauter und lauter. Ein halbwüchsiges Männlein mit kurzer Badehose und spitzem Hut kommt aus dem dichten Wald daher gelaufen. Über seiner Schulter hängt ein großes Badetuch. Wie an jedem Morgen ist es zum Teich unterwegs, um seine Bahnen darin zu ziehen. In seiner Hand hält es ein kurzes Stöckchen. Es ist sein Zauberstab. Immer dann, wenn es barfüßig auf einen trockenen Ast oder einen Baumzapfen tritt, wird sein lustiges Trällern durch ein Grummeln und einem lauten Aua unterbrochen.

Das Männlein ist ein Waldkobold und er nennt sich Munk Orgu-Telas. Munk lebt hier schon seit vielen hundert Jahren in der Nähe der Hohen Wurzel.

Gut gelaunt am Ufer angekommen, ist jählings ein Stöhnen und Gluckern zu hören. Munk ist auf dem feuchten Matsch ausgerutscht und an der schmalen Uferböschung ins Wasser geplatscht. Nur sein spitzer Hut schaut noch heraus.
Pitschnass und von oben bis unten mit Teichpflanzen und Schlamm bedeckt, schimpft der Kobold laut vor sich hin: »Autsch mein Po! … Eyers-maners-duers, noch einmal! Ist das glatt hier … so ein Schlamassel. Bäh! … Nanu, wo ist denn mein Zauberstab hingeflogen? … Ich muss gleich nach ihm suchen!«

Unterdes taucht auf der anderen Seite des Teiches ein kleines, zierliches Rehkitz auf. Beim Fangenspielen mit einem hübschen, bunten Schmetterling hat es sich hierher verlaufen und seine Mutter aus den Augen verloren. Und wie das eben manchmal so ist, hat das Kitz vor lauter Rennen und Rumtollen ganz vergessen, dass es sich eigentlich nicht von seiner Mutter entfernen soll.

Das Rehkitz muss lauthals lachen und wälzt sich vor Freude am Boden umher, als es das Männlein im hohen Bogen ins Wasser platschen sieht.
»Was gibt es denn da zu feixen? Der muss aufpassen, dass ich ihm nicht die Ohren langziehe!«, schimpft Munk vor sich hin, während er im Dickicht nach seinem Zauberstab sucht. »Ah! Da ist er ja!«
»Du bist so schmuddelig«, ruft das Rehkitz dem Kobold zu. »Wie du da so reingeplumpst bist. Das sah schon schreiend komisch aus.«
»Wer bist du denn? Ich habe dich hier noch nie gesehen. Wie heißt du?«, möchte Munk wissen.
»Wer? Wie? Was? Ich?«, schaut sich das Rehkitz fragend um. »Was meinst du damit: Wie heißt du?«
»Ob du einen Namen hast, möchte ich gern wissen. … Mein Name lautet Munk Orgu-Telas und ich bin ein Waldkobold!«
Das Kitz verdreht die Augen: »Echt? Munkor … was? Das kann ich gar nicht aussprechen. Also, meine Mutti nennt mich immer Rehkitz.«
»Wie einfallsreich! Rehkitz«, schmunzelt Munk. »Dann heißt deine Mutter wohl Rehricke?«
»Nein! Mutti heißt Gertrud«, erwidert das Kitz forsch.
»Du bist ja drollig. Wo kommt ihr noch mal her?«
»Och, keine Ahnung. Wir sind schon sehr weit gelaufen. Tag ein, Tag aus. Mir tun schon richtig die Beine weh. Mutti sagt immer, wir müssen für uns ein sicheres Plätzchen suchen. Was auch immer das bedeuten mag«, antwortet das Rehkitz.
»Ganz einfach. Das bedeutet, deine Mutter macht sich große Sorgen und wünscht sich nichts Sehnlicheres, dich an einem sicheren Ort aufwachsen zu sehen.«
»Ist das was Gutes?«, möchte das Kitz wissen.
»Klar ist das was Gutes. Das will doch jeder«, antwortet Munk. »So, nun will ich erst einmal ein paar Runden schwimmen.«

Das kleine Kitz schaut dem Kobold mit seinen großen, braunen Knopfaugen eine Weile nach und wartet ab, bis dieser wieder an ihm vorüberschwimmt und fragt: »Wo sind wir hier eigentlich?«
»Wir sind hier am Komstkochsteich und der kleine Bach dort drüben heißt Badewasser«, antwortet Munk.
»Badewasser? Weil du darin badest?«, feixt das Kitz.
»Pipifax! Du kannst einem aber auch richtig Löcher in den Bauch fragen«, gluckst Munk vor sich hin, denn beim Reden schwappt ihm jedes Mal ein Schluck Wasser in den Mund. »Nun geh weiter! Lass mich in Ruhe meine Bahnen ziehen.«

Nach kurzer Zeit meldet sich das Rehkitz wieder zu Wort: »Also, jetzt sage ich dir mal was. Du brauchst einen lustigeren Namen. Vor allem einen, den auch ich mir merken kann.«

Fortsetzung im eBook

Weitere Kapitel:

  • Eine zauberhafte Wurzelhöhle
  • Die Gemeinschaft wächst

Was die Ricke Gertrud und ihr Rehkitz auf ihrer langen Reise durch das Thüringer Land erlebt haben, was es mit der geheimnisvollen zweiten Tür in der Wurzelhöhle auf sich hat, ob Morgel jemals seinen Wolfshund Banjo wieder trifft und warum Morgel diese Tonscherben sammelt, erfährst Du in einer der nächsten Geschichten, die sicher irgendwann einmal auch für Dich hier erzählt werden. Bleib voller Neugier!

Morgelgeschichte 1 - Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich

Produktdetails:

Autor & Illustrator: Jens K. Carl
Titel: Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich
Reihe: Morgelgeschichten, Teil 1
ISBN ePub: 978-3-948777-01-2
ISBN Mobi: 978-3-948777-02-9
ASIN Mobi: B0867FFLMZ
Altersempfehlung: ab 3 Jahre
Erscheinungsdatum: 19. März 2020
Seitenzahl: 23 Normseiten (36 E-Book-Seiten)
Illustrationen: 3 Schwarz-Weiss-Schnitte
eBook Formate: ePub oder Mobi
Kopierschutz: nein
Dateigröße: 512 KB ePub oder 1.206 KB Mobi
Verlag: Edition Märchenhaftes Thüringen

Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich

Die Morgelgeschichten

Die Morgelgeschichten - Die Abenteuer des Waldkoboldes Morgel und seiner Freunde von Jens K. Carl
Morgelgeschichten

  1. Morgel und die Gemeinschaft am Komstkochsteich
  2. Morgel und die Abenteuer in der Waldschule
  3. Morgel und die Waldfee
  4. Morgel und der Schatz im Komstkochsteich
  5. Morgel und der kleine Zirkusbär
  6. Morgel und die eitle Albasol (Ein Weihnachtsmärchen)
  7. Morgel und die Riesenameise

Weitere Geschichten folgen…

  • Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch
  • Morgel und der Esel aus Samarkand
  • Morgel und die Abenteuer im U-Boot
  • Morgel und das große Feuer
  • Morgel und der Möchtegernzauberer

Weitere Geschichten sind in Vorbereitung. Lass Dich überraschen!

Finstere Wälder, verwunschene Orte, geheimnisvolle Teiche, sonderbare Wesen. All das begegnet Dir im Morgelwald. Eine sagenumwobene und märchenhafte Welt am Rande des nördlichen Thüringer Waldes.
Tauche ein, in die fantastischen Morgelgeschichten und erfahre mehr über die Abenteuer und den Alltag des Waldkoboldes Munk Orgu-Telas, auch Morgel genannt, und seiner Freunde. Die Geschichten beschreiben auch das Zusammenleben mit den Menschen, die sich im Laufe der Zeit in den Ortschaften rund um den Komstkochsteich angesiedelt haben und nun hier zu Hause sind.

Schon seit vielen hundert Jahren lebt die Gemeinschaft aus Kobolden, Feen, Tieren und Pflanzen, aber auch aus wenigen vertrauten Menschen, rund um die Hohe Wurzel, welche oberhalb des malerisch gelegenen Komstkochsteiches liegt. Zusammen sorgen sie in Wald und Flur zwischen Kahle Hardt, Finstere Tanne, Ölberg und Lauchaer Höhe für Ruhe, Ordnung und so manche rätselhafte Stimmung.

Innerhalb dieser glücklichen Gemeinschaft, scheint die Zeit stillzustehen, denn allen zur Gruppe gehörenden Tieren und Pflanzen ist ewiges Leben beschieden. Dieser besondere Umstand ändert sich nur, wenn man die Gemeinschaft am Komstkochsteich und somit das Thüringer Land verlässt. Derjenige erlangt dann seine Sterblichkeit zurück und darf nie dorthin zurückkehren.

Die Wenigsten haben allerdings einen Grund fortzugehen, denn das Leben hier am Teich ist das Allerschönste auf der Welt. Alle sind glücklich und zufrieden. Die Gemeinschaft ist füreinander da und bietet Sicherheit und Geborgenheit.

Immer wieder kommen neue Mitglieder zur Truppe hinzu. Egal, ob es ein niedlicher Hundewelpe ist, der von den Menschen ausgesetzt worden war oder ein kleiner Zirkusbär, der aus seiner Gefangenschaft fliehen konnte. Jeder ist herzlich willkommen und wird letztendlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Eines Tages sogar ein Menschenkind.